Das wird spannend. In einer ersten Phase sollen über zwei Jahre hinweg zunächst Systemanalysen durchgeführt und neue Technologien erprobt werden, die für den Hyperloop erforderlich wären. Ausserdem sollen eine 24 Meter lange Teströhre sowie eine Passagierkapsel im Massstab 1:1 gebaut werden.

Studierende der TU München glauben, dass Beschleunigungswerte, die auf kürzestem Weg in einer Röhre mit Teilvakuum in Richtung Schallgeschwindigkeit führen sollen, für Mensch und Ware in den Griff zu kriegen sind. SpaceX-Gründer Elon Musk war der Erste, der mit einer „SpaceX Hyperloop Pod Competition“ junge Teams aus der ganzen Welt aufgerufen hatte, mit selbstgebauten Prototypen von Kabinenkapseln, in denen Passagiere durch die Röhre transportiert werden könnten – gegeneinander anzutreten. Bisher, sagen die Münchner, habe das TUM-Hyperloop-Team bei jedem Rennen die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Den aktuellen Rekord setzten die Bayern beim letzten Wettbewerb im Juli 2019 mit 482 Stundenkilometern. Entwickelt wurde nicht nur ein geeignetes Fahrzeug, sondern auch die dazugehörige Röhre aus „ultrahochfestem Beton“. Die mit zwei Dutzend Metern recht kurz scheinende Teststrecke soll auf dem Gelände des Ludwig Bölkow Campus in Taufkirchen / Ottobrunn bei München entstehen. Dabei soll die Expertise verschiedener Fachbereiche der TUM, etwa aus der Materialwissenschaft, dem Bauingenieurwesen und der Antriebssysteme, ins Programm einfließen. Mit dabei sind die
Lehrstühle für Geodäsie, Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme sowie die Professur für Sustainable Future Mobility. Gabriele Semino, seit 2017 an den Vorbereitungen zum Hyperloop-Forschungsprogramm beteiligt: „Unser letzter Prototyp hat unter 70 Kilogramm gewogen, jetzt sind wir bei mehreren Tonnen“, erklärt Semino. Die Teströhre soll inklusive Fundament etwa vier Meter hoch werden.

Im Hintergrund steht als hilfreicher Katalysator immer wieder die Vision von Elon Musks Hyperloop One. Die US-Projektgesellschaft ist unter anderem auch mit einem Sitz im Verwaltungsrat von Cargo Sous Terrain beteiligt – hält aber in München bislang noch keine Anteile.

 

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