Das mit hohem Aufwand in Schlieren eingerichtete Logistik- und Servicezentrum des Uni-Spitals Zürich übernimmt weitere, wichtige Funktionen, die beispielhaft mit logistischen Dienstleistungen einhergehen. 2018 wurde das Plattform-Konzept mit dem Swiss Logistics Award ausgezeichnet. Künftig werden dort auch chirurgische Instrumente zentral aufbereitet, gereinigt und sterilisiert.

Mehrfach verwendbare OP-Utensilien wie Klemmen, Pinzetten, Skalpelle oder Endoskope müssen nach operativen Eingriffen jeweils erneut für den jeweiligen Einsatz bereitgemacht werden. Für das Universitätsspital übernimmt diese Aufgabe ab sofort die im Juni in Betrieb genommene Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). Pro Jahr werden hier rund 3.6 Millionen Instrumente aufbereitet, mit denen die täglich rund 90 operativen Eingriffe am USZ durchgeführt werden

Die rund 2000 Quadratmeter umfassende Einrichtung ist dem Vernehmen nach eine der europaweit modernsten ihrer Art. Von dort aus lässt sich auch der künftige Standort USZ am Flughafen mit Sterilgütern zu versorgen. n der AEMP werden die Instrumente zuerst in der Nasszone in Einzelteile zerlegt, vorgewaschen und desinfiziert. Im Reinraum findet die Qualitätskontrolle statt sowie bei Bedarf die Wartung. Zerlegte Geräte werden wieder zusammengebaut, abgepackt und sterilisiert. Der zur Sterilisation notwendige Dampf wird vor Ort mit Reinstwasser produziert. Im Reinraum gelten strengste Hygiene-Richtlinien. Die Luft wird zehn Mal pro Stunde gewechselt und so filtriert, dass 99,995 % aller Partikel zurückgehalten werden.

Mehrfach redundante Systeme in der Gebäudetechnik sorgen dafür, dass der Betrieb nicht stillsteht. Fällt der Strom aus, kommt ein Notstromdiesel zum Einsatz. Um den strenger werdenden regulatorischen Anforderungen an Wartung, Instandhaltung, Lagerung, Transport und Umgang mit Instrumenten gerecht zu werden, führt das USZ mit der AEMP Industriestandards ein, die geltende Mindestvorgaben in vielen Bereichen übertreffen.

Die Professionalisierung des Bereichs geht einher mit dem neuen Berufsbild des Medizinproduktetechnologen, die sich um die Bewirtschaftung der Medizinprodukte kümmern. Das USZ will die Dienstleistungen im Bereich Reinigung, Desinfektion und Sterilisation in naher Zukunft auch Dritten anbieten. Es besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Kapazitäten stufenweise auszubauen.

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