Orkanereignisse sorgen auf Bahnstrecken immer wieder zu kritischen Begegnungen des Schienenverkehrs mit Bäumen, die auf die Gleise gestürzt sind. Vorbeugende Streckenbegehungen sind personalintensiv. Aus dem Orbit geht es - wie so vieles - offenbar schneller.

Die Kartierung eines Start ups soll der Deutschen Bahn jetzt dabei helfen, Risiko-Bereiche auf dem Streckennetz flächendeckend zu identifizieren und schneller vor Ort sein bzw. vorbeugende Massnahmen bei angekündigten Unwetter- und Sturmereignissen ergreifen zu können. Das junge Unternehmen LiveEO will Satelliten-Bilder auswerten und daraus digitale Vegetationskarten entlang der Bahntrassen erstellen.

Obwohl es heisst, dass der «Wald stirbt», führen im «Grossen Kanton» immer noch rund 70 Prozent der Gleise durch Gebiete mit Baumbestand. Die Bahn hat die Vegetationspflege entlang ihrer Strecken in den letzten Jahren bereits deutlich erweitert, um sturmsicherer zu werden. Neben dem Rückschnitt am Gleis und der Förderung stabiler Baumarten zählt eine intensivere Inspektion dazu. 125 Mio. Euro wurden dafür jetzt eingeplant. Gemeinsam mit LiveEO erstellt die DB nun eine digitale Karte, die die Ressourcenplanung unterstützt und priorisiert.

Ausgewertet werden sollen die Satellitenaufnahmen mit KI und Machine Learning. LiveEO, heisst es, habe die Anwendung nach ersten Probeläufen erfolgreich verbessert. Das Konzept entstammt dem Startup-Förderprogramm einer «mindbox». Dort fördert die Bahn Jungunternehmer und Gründer über jeweils 100 Tage hinweg – unter anderem mit umfangreichen Coachings sowie 25.000 Euro Startkapital. Bisher bewarben sich nach Angaben des deutschen Bahnbetreibers über 1000 Startups aus 30 Ländern mit innovativen Projekten. Mit 50 von ihnen arbeitet die DB an konkreten Produkten und Neuerungen. Wenn´s mit dem Baumprojekt nicht klappen sollte, müssen die jungen Leute wohl selbst auf die Strecke.

 

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13.8.2020