Auch bislang schon profitierte die Intralogistikmesse in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor allem von der Nähe zum Flughafen und zur Autobahn. Jetzt schliesst die Bahn auf: Im Rahmen des Stuttgart21-Projekts wurde nun die zweite Zulaufröhre der künftigen Schnellstrecke in Angriff genommen.

Olaf Drescher, dem Vorstand der Projekt-GmbH zufolge, «wäre ein Deutschland-Takt ohne dieses Bahnprojekt Stuttgart-Ulm gar nicht möglich». Ausgesprochen hartnäckig noch immer nicht zu überzeugende S21-Gegner hingegen glauben, dass das Richtung acht Milliarden Euro steuernde Gesamtprojekt – zumindest finanziell – eher zu einer Art Sargnagel werden könnte. Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann seufzte für einmal über zahlreiche Proteste, die durch juristische Klagen für Verzögerungen gesorgt hatten. «Umso wichtiger ist, dass es jetzt vorangeht, damit der Flughafenanschluss mit dem Tiefbahnhof Ende 2025 in Betrieb gehen kann. Wichtig ist aber auch, dass für die Führung der Gäubahn über den Flughafen rasch eine Entscheidung getroffen wird. Denn erst dann kann Stuttgart 21 am Flughafen fertiggestellt werden.» Dann wäre auch die Schweiz, wenn offenbar auch nicht als ganz so wichtig eingestuft, schneller angebunden.

Mit einem symbolischen Tunnelanschlag feierten die Projektpartner am Montag den Beginn der Hauptbauarbeiten der Schienenanbindung des Flughafens und der Landesmesse an die Neubaustrecke nach Ulm. «Wir sind stolz darauf, auch an diesem so wichtigen Abschnitt des Gesamtprojekts Stuttgart 21 als Baupartner beteiligt sein zu dürfen,» so Edgar Schömig, Vorstandsmitglied der Ed. Züblin AG, im Namen der Arbeitsgemeinschaft aus Züblin , Bögl und STRABAG.


Der rund 2200 Meter lange Flughafentunnel erschliesst den etwa 30 Meter unter der Messe-Piazza gelegenen, 450 Meter langen Bahnsteig am Airport. Teil zwei der Verkehrsdrehscheibe auf den Fildern, die Anbindung der Gäubahn, befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

www.deutschebahn.com

20.7.2020