Um rund 10 %, sagt Messeleiterin Kristina Nadjarian, könnten die Messen «Logistics & Automation» und die «Empack» 2027 noch wachsen. 179 Ausstellende und 3121 Fachbesucher wurden diesmal in Bern gezählt. Während die reine Anzahl der Teilnehmenden regional natürlich begrenzt ist, punktet Easyfairs mit Professionalität.
Foto: S.Barth
In Standard, Ausstattung und Organisation erwies sich bei dieser dritten Positionierung der zwei kombinierten Messen in Bern, dass hier – wie auch in der gemeinsamen Koordination mit den jeweiligen Branchenverbänden – das hohe Qualitäts-Niveau von der Müllvermeidung bis hin zu energieeffizienten Messeständen auf internationalem Level keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Feedback bestätigt die Qualität
In diesem Jahr war es immerhin ein bescheidenes Wachstum um drei Aussteller, deren Anzahl aber bei dem nächstes Jahr wieder in Zürich stattfindenden Branchen-Event und den dort etwas grosszügigeren Hallen 1 + 2 durchaus noch ein wenig zunehmen könnte, da weitere und grössere Hallenbereiche genutzt werden können. Das Messe-Duo wird also kompakt, und auf anerkannt hohem Niveau auch langfristig Bestand haben.
J.Eberle, A.Zopfi, K.Nadjarian (v.l.n.r.). Foto: klk.
Seit zwei Jahren läuft es mit der Messe-App noch besser als gedacht. Und das Messeteam um Kristina Nadjarian und Sarah Tschopp konnte auch nach dem Finish am zweiten Tag ein gutes Feedback verbuchen – das natürlich ebenfalls elektronisch eingeholt wird, und sich in zahlreichen Gesprächen bestätigt.

Vor Jahren hatte man zunächst noch ein wenig gezweifelt, ob der zwischen Zürich und Bern changierende Standort möglicherweise auch für Irritationen sorgen könnte. Was sich aber bemerkenswerterweise nicht als Handicap, sondern als belebendes Element herausgestellt hat. Unterstützung können natürlich sowohl die Verpackungsbranche als auch die in Transformation, Digitalisierung und Automatisierung begriffene Logistik gut gebrauchen.
Ökologische Lösungen
Beim Pressegespräch hält Andreas Zopfi, langjähriger Geschäftsführer des Schweizerischen Verpackungsinstituts SVI, nochmals Rückschau auf den ersten Schock, den die «Verpacker» nach den neuen Anforderungen der auf europäischer Ebene verordneten «Circular Economy» durchlaufen hatten. «Da herrschte erstmal Totengräberstimmung» so Zopfi. Davon habe sich die Branche nun sichtlich erholt.

«Es braucht Regulative, die aber da enden sollten, wo die Kreisläufe nicht geschlossen sind oder keine Lösungen vorhanden sind», hatte Zopfi zuvor noch in einem Interview erklärt. Es zeige sich, dass die Verpackungswirtschaft oft bessere und ökologischere Lösungen finde, als solche, die vom Gesetzgeber (zwangsweise) verordnet würden.
Prioritäten verschoben
Zum gleichen Zeitpunkt verweist Jan Eberle, Leiter der Logistiksparte bei GS1 darauf, dass sich die Schwerpunkte im Transportbereich, der beachtliche Anstrengungen zur Decarbonisierung unternimmt, gegenwärtig schon wieder ein wenig verschoben haben. Der Fachkräftemangel ist eklatant. Aber GS1 als Normierungs-Organisation und Innovationstreiber leiste hier im digitalen und von Identifikationstechniken wie dem 2D-Code geprägten Sektor aktive Bildungsarbeit.
Gut besuchte Logistics Talks
Starke Aufmerksamkeit gelte gegenwärtig dem Digitalen Produktcode, der neben der Produktidentifikation (GTIN, Charge, Verfallsdatum) zusätzliche zusätzliche Informationen, Services und deutlichen Mehrwert biete. Die vielzitierte KI entfalte ihr Potenzial vor allem dort, wo strukturierte, hochwertige Daten verfügbar seien. Künftige Anwendungen dürften sich künftig nicht nur auf einzelne Projekte beschränken, sondern «über die gesamte Supply Chain hinweg» von erheblichem Nutzen sein. Es seien schwierige und wechselhafte Zeiten, in denen sich die Logistik aber gut im Feld zahlreicher Innovationen behaupte.
Anspruchsvolle Transformation
Franco Digirolamo, Mitglied der Geschäftsführung des Nutzfahrzeug-Verbandes der Astag, räumt ein, dass momentan alle mit der Transformation beschäftigt, die Kosten im Rahmen der Decarbonisierung auch bekannt seien, aber die Infrastruktur – wenngleich die Schweiz hier im internationalen Vergleich gut aufgestellt sei – immer noch ein Problem darstelle. «Immerhin», sagt er, «bei uns geht es voran. Wir warten auch nicht erst auf Subventionen».
Schoko for «free»
Nicht zuletzt bei den «Logistics Talks» konnte Easyfairs auf die bewährte Unterstützung engagierter Partner wie Astag, GS1 Switzerland, Swiss Logistics by ASFL SVBL, ILS und Swiss SupplyChainTech zählen. Unter dem Leitthema «The future of intralogistics technology» standen Automatisierung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung im Fokus. Zusätzlich zu Ausstellungen und Fachvorträgen boten die «Guided Tours» von GS1 Switzerland einen gezielten Überblick über die relevanten Entwicklungen im Bereich der neuen 2D-Codes (weitere Berichte folgen).
Die nächste «Logistics & Automation» findet am 27. und 28. Januar 2027 gemeinsam mit der «Empack» wieder in Zürich statt.

















