RBG Vectura

Schon im Sommer bekam der Wiener Tiefkühl-Anbieter TKL mit 2670 Photovoltaik-Modulen und bis zu 1200 KW Leistung auf knapp 6000 m² Fläche etwas auf´s Dach. Jetzt kommen ein automatisiertes Paletten-Hochregallager, eine Elektrohängebahn und Swisslogs Lagerverwaltungssoftware SynQ hinzu.

Der Schweizer Intralogistiker realisiert für den TKL Lebensmittel Logistik-Dienstleister in Wien, Österreich, ein neues Tiefkühllager. Es ist ein Erweiterungsprojekt mit anvisiertem Go-live-Termin im Herbst 2023. Bis dahin sollen ein automatisiertes Palettenhochregallager, eine Elektrohängebahn-Anlage die gleichzeitig das halbautomatische Kommissioniersystem darstellt – betrieben bei einer Umgebungstemperatur von minus 22 Grad Celsius.

«Unser TK-Segment ist in den letzten Jahren stetig gewachsen», begründet Wilhelm Leithner, geschäftsführender Gesellschafter von TKL, die Investitionsentscheidung seines Unternehmens, «einen weiteren Schub nach vorn erfuhr dieser Sektor seit Ausbruch der Corona-Pandemie.» Hier sei der Tiefkühlkost-Konsum bei den Privathaushalten immer weiter gestiegen, mit der Folge, dass auch die Kunden von TKL im Lebensmittelhandel einen grösseren Bedarf anmeldeten.

Österreichs Marktführer im Bereich der temperaturgeführten Logistik vergab das Projekt an Swisslog, weil, so Leithner, «das Unternehmen über einen grossen Erfahrungsschatz in der Lebensmittel- und TK-Logistik verfügt und uns ein überzeugendes Konzept mit leistungsstarken Technologien präsentiert hat.»

Zum Lieferumfang zählen vier Regalbediengeräte (RBG) des Typs Vectura, ein vollautomatisches RBG zum Handling von Euro- oder Industriepaletten, sowie ein CaddyPick-Anlage, die das Person-zur-Ware-Prinzip mit dem Zone-zu-Zone-Verfahren kombiniert. Dabei kommen Elektrohängebahn-Fahrzeuge zum Einsatz, die durch die Kommissioniergassen des Lagers fahren und dabei von den mitlaufenden Kommissionierern auf Palette oder in Gitterboxen bestückt werden. CaddyPick wurde zum Beispiel auch in Deutschland bei den Handelsunternehmen dm sowie bei der Gries Deco Company installiert. Die Softwaresteuerung aller Technologien erfolgt über SynQ.

Wilhelm Leithner

Christopher Herweg, Verkaufs-Chef von Swisslog in Deutschland und Österreich, verweist darauf, dass der Planungsprozess aufgrund von Corona eine ganz besondere Herausforderung gewesen sei. «Wir haben alles ‚remote‘ gemacht, was sowohl für TKL als auch für uns eine neue Erfahrung bedeutete.» Die schrittweise und gemeinschaftliche Umsetzung des Konzepts, die im Februar 2020 startete, sei ausgesprochen gut verlaufen.

Die Geschichte der TKL, eng verbunden mit der Entstehung und Entwicklung des Speiseeis -und Tiefkühlgeschäfts in Österreich, reicht weit zurück. 1927 wird das erste Eis am Stiel von der Firma Miag unter der Marke «Eskimo» in den Handel gebracht. 1941 beschäftigt sich Hans Petter mit der Produktion von Tiefkühlkost in Raasdorf bei Wien. Unilever steigt 1960 in das TK- und Speiseeisgeschäft ein, übernimmt beide Firmen und erfindet 1961 die Marke «Iglo». Unilever übernimmt in weiterer Folge die Tiefkühlproduktion von Hans Petter und errichtet 1963 die erste kombinierte Speiseeis- und Tiefkühlkostproduktion in Gross-Enzersdorf.

1993 gründet der Unilever-Konzern schliesslich die Eskimo-Iglo Tiefkühllogistik GmbH als unmittelbare Vorgängerin der heutigen TKL. Seither wurden die Logistik-Dienstleistungen im Gastro-Sektor und Frischebereich wie auch an weiteren Standorten in Salzburg, Kalsdorf bei Graz und Klagenfurt kontinuierlich erweitert.

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